PS5 und Xbox richtig am Fernseher einrichten 2026: 4K, 120 Hz, VRR und HDR
Viele Konsolen laufen jahrelang unter ihren Möglichkeiten, weil ein einziger Schalter falsch steht: das Kabel im falschen HDMI-Anschluss, das erweiterte Signalformat am Fernseher aus, HDR nie kalibriert. Das kostet nichts, lässt sich an einem Abend beheben und bringt oft mehr als ein Hardware-Upgrade.
Diese Anleitung geht die Bildkette in der richtigen Reihenfolge durch – Anschluss, Fernseher, Konsole, HDR – für PS5, PS5 Pro und Xbox Series X. Ob sich danach noch der Aufpreis zur PS5 Pro lohnt, klären wir im Beitrag Lohnt der Aufpreis zur Pro-Variante? Eine Frage des Fernsehers.
Was die Funktionen bedeuten
| Funktion | Was sie bringt | Was sie nicht leistet |
|---|---|---|
| 4K-Ausgabe | Die Konsole schickt ein 4K-Signal an den Fernseher | Sie sagt nichts darüber, in welcher Auflösung das Spiel intern berechnet wird |
| 120 Hz | Bis zu 120 Bilder pro Sekunde, wenn das Spiel sie liefert | Wirkt nur in Spielen mit 120-Hz-Modus und nur an einem passenden Anschluss |
| VRR (variable Bildwiederholrate) | Der Fernseher passt sich schwankenden Bildraten an, weniger Ruckeln und Bildreißen | Macht aus 40 Bildern pro Sekunde keine 60. Unterhalb des VRR-Bereichs des Fernsehers greift es nicht |
| ALLM (automatischer Spielmodus) | Der Fernseher schaltet beim Spielen selbst in den Modus mit geringer Verzögerung | Ersetzt nicht die Kontrolle, ob danach wirklich der Spielmodus aktiv ist |
| HGiG | Der Fernseher übernimmt die HDR-Kalibrierung der Konsole, statt selbst nachzuregeln | Kein Standard, sondern eine Empfehlung. Nicht jeder Hersteller bietet die Einstellung |
Schritt 1: Den richtigen HDMI-Anschluss finden
„HDMI 2.1“ auf dem Datenblatt heißt wenig. Nach Aussage der HDMI-Lizenzstelle sind alle Funktionen, die man mit HDMI 2.1 verbindet – höhere Bandbreite, VRR, ALLM –, optional. Ein Gerät darf das Label tragen und trotzdem nur den Funktionsumfang des alten Standards bieten; die Hersteller müssen angeben, welche Funktionen tatsächlich unterstützt werden.
Dazu kommt: Viele Fernseher haben vier HDMI-Anschlüsse, aber nicht jeder davon kann 4K mit 120 Hz. Sony verweist bei seinen Bravia-Geräten für diese Frage ausdrücklich auf die technischen Daten des jeweiligen Modells. Schau also im Handbuch oder auf der Supportseite deines Fernsehers nach, welcher Anschluss 4K120 und VRR unterstützt, und steck die Konsole genau dort ein. Hängt dort eine Soundbar mit eARC, prüfe, ob beides am selben Anschluss funktioniert.
Nimm das Kabel, das der Konsole beilag. Für 4K mit 120 Hz braucht es ein Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel; ein altes Kabel aus der Schublade ist eine häufige Ursache, wenn 120 Hz nicht angeboten wird oder das Bild aussetzt.
Schritt 2: Den Fernseher vorbereiten
Bei vielen Fernsehern ist der erweiterte Signalmodus für den HDMI-Anschluss ab Werk aus. Dann bekommt die Konsole nur ein eingeschränktes Signal. Die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller – bei Sony etwa „HDMI-Signalformat“ mit der Option „Erweitertes Format“, bei Samsung „Input Signal Plus“, bei LG „HDMI Ultra HD Deep Colour“. Aktiviere diese Einstellung für den Anschluss, an dem die Konsole hängt.
Stell danach den Bildmodus auf Spiel oder lass ALLM das erledigen. Bildverbesserer wie Zwischenbildberechnung, Rauschfilter oder dynamischer Kontrast erhöhen die Eingabeverzögerung und gehören im Spielmodus aus. Wenn dein Fernseher eine HGiG-Einstellung hat – bei LG etwa unter dem dynamischen Tone Mapping –, wähle sie. Dann regelt der Fernseher das HDR-Bild nicht selbst nach, und die Kalibrierung der Konsole aus Schritt 4 greift.
Schritt 3: Die Konsole einstellen
PS5 und PS5 Pro
Unter Einstellungen → Bildschirm und Video → Videoausgabe findest du die wichtigen Schalter. Setz „120-Hz-Ausgabe aktivieren“ auf Automatisch, schalte VRR ein und lass die Auflösung auf Automatisch. ALLM unterstützt die PS5 ebenfalls, wenn der Fernseher es kann.
Auf der PS5 Pro kommt „Bildqualität für PS4-Spiele verbessern“ hinzu; das ist Teil dessen, was Sony Game Boost nennt. Die Pro skaliert Spiele außerdem mit PSSR hoch, einem KI-gestützten Verfahren: Das Spiel rechnet intern in geringerer Auflösung – Sony nennt als Beispiel 1584p – und gibt ein 4K-Bild aus. Das ist Sache des Spiels, einstellen musst du dafür nichts.
Xbox Series X
Unter Einstellungen → Allgemein → TV- und Anzeigeoptionen zeigt dir der Punkt 4K-TV-Details, was dein Fernseher am aktuellen Anschluss meldet – 4K mit 120 Hz, VRR, HDR, Dolby Vision. Das ist der schnellste Test, ob Schritt 1 und 2 funktioniert haben. Unter den Videomodi schaltest du „Variable Aktualisierungsrate zulassen“ und „Modus mit geringer Latenz zulassen“ ein und setzt die Aktualisierungsrate auf 120 Hz, wenn sie angeboten wird.
Die Series X unterstützt zusätzlich Dolby Vision für Spiele, sofern Fernseher und Spiel mitspielen. Unter den Videomodi lässt sich das zulassen; es ist optional und keine Voraussetzung für gutes HDR.
Schritt 4: HDR kalibrieren
Beide Konsolen bringen eine eigene Kalibrierung mit: auf der PS5 HDR anpassen unter Bildschirm und Video, auf der Xbox die App HDR für Gaming kalibrieren in den TV- und Anzeigeoptionen. Dabei stellst du ein, ab wann ein Symbol im Hellen und im Dunklen gerade verschwindet. So wissen Konsole und Spiele, was dein Fernseher darstellen kann.
Kalibriere erst, nachdem Spielmodus und HGiG am Fernseher aktiv sind. Sonst stellst du die Konsole auf einen Fernseher ein, der hinterher selbst noch einmal nachregelt. Viele Spiele haben zusätzlich eigene HDR-Regler; halte dich dort an die Hinweise im Spielmenü.
Schritt 5: Was „4K“ im Menü wirklich heißt
Steht im Menü des Fernsehers 4K, stimmt nur die Ausgabe. Die meisten Spiele berechnen ihr Bild intern in einer niedrigeren oder schwankenden Auflösung und skalieren es hoch – auf der PS5 Pro mit PSSR, auf den anderen Konsolen mit den Verfahren, die das jeweilige Spiel mitbringt. Grafik- und Leistungsmodus verschieben dabei das Verhältnis von Schärfe und Bildrate.
Deshalb lohnt es sich, nach der Einrichtung in deinen Lieblingsspielen beide Modi auszuprobieren. Mit funktionierendem VRR wirkt ein Leistungsmodus oft deutlich ruhiger als vorher, und manches Spiel, das bisher unruhig lief, ist plötzlich angenehm spielbar.
Häufige Fehler und was stattdessen gilt
| Fehler | Was stattdessen gilt |
|---|---|
| Irgendeinen HDMI-Anschluss nehmen | Nur bestimmte Anschlüsse können bei vielen Fernsehern 4K mit 120 Hz und VRR. Im Handbuch nachsehen |
| Dem Label „HDMI 2.1“ vertrauen | Alle 2.1-Funktionen sind optional. Entscheidend ist, welche der Hersteller für den Anschluss nennt |
| Das erweiterte Signalformat am Fernseher nicht aktivieren | Ohne diese Einstellung bekommt die Konsole nur ein eingeschränktes Signal |
| Ein altes HDMI-Kabel verwenden | Das beigelegte Ultra-High-Speed-Kabel nehmen |
| HDR kalibrieren, bevor der Spielmodus aktiv ist | Erst Spielmodus und HGiG am Fernseher, dann die Kalibrierung der Konsole |
| Zwischenbildberechnung und Rauschfilter anlassen | Im Spielmodus aus – sie erhöhen die Eingabeverzögerung |
| 4K im TV-Menü für natives 4K halten | Das ist nur die Ausgabe. Wie das Spiel rechnet, hängt vom Modus ab |
| Wegen eines matten Bildes gleich einen neuen Fernseher kaufen | Erst Anschluss, Signalformat, Bildmodus und Kalibrierung prüfen |
Praktische Handlungsempfehlungen September 2026
Im Handbuch den richtigen Anschluss suchen und die Konsole dort mit dem beigelegten Kabel einstecken.
Am Fernseher das erweiterte HDMI-Signalformat aktivieren, Bildmodus Spiel wählen, Bildverbesserer ausschalten, HGiG einschalten, wenn vorhanden.
An der Konsole 120 Hz und VRR einschalten; auf der Xbox mit den 4K-TV-Details prüfen, was ankommt.
HDR mit dem Werkzeug der Konsole kalibrieren – erst nach den Einstellungen am Fernseher.
In zwei, drei Lieblingsspielen Grafik- und Leistungsmodus vergleichen. Erst wenn das Bild danach immer noch nicht überzeugt, über einen neuen Fernseher oder eine andere Konsole nachdenken.
Fazit
Bevor du Geld für eine PS5 Pro oder einen neuen Fernseher ausgibst, lohnt sich ein Abend mit den Menüs. Der richtige HDMI-Anschluss, das erweiterte Signalformat, der Spielmodus und eine HDR-Kalibrierung in der richtigen Reihenfolge holen aus vorhandener Hardware oft sichtbar mehr heraus – und kosten nichts.
Die Xbox macht die Kontrolle mit den 4K-TV-Details besonders einfach; auf der PlayStation zeigt dir das Menü, ob 120 Hz und VRR angeboten werden. Wenn beides nicht erscheint, liegt es fast immer am Anschluss, am Kabel oder am Signalformat des Fernsehers.
Quellen und weiterführende Informationen
- PlayStation Blog Deutschland: PS5 Pro erklärt – das große Technik-ABC, Mai 2025 – PSSR mit Beispiel 1584p, 120-Hz-Ausgabe, VRR, ALLM, „HDR anpassen“, Game Boost
- Sony Support: Unterstützt mein Fernseher Gaming mit 4K und 120 Bildern pro Sekunde auf der PS5? – technische Daten des Modells prüfen, HDMI-2.1-Kabel aus dem Lieferumfang, Menüpfad für 120-Hz-Ausgabe
- TFTCentral: When HDMI 2.1 Isn’t HDMI 2.1 – Aussagen der HDMI-Lizenzstelle: HDMI 2.0 gibt es nicht mehr, alle 2.1-Funktionen sind optional, Hersteller müssen die Funktionen angeben
- Xbox Wire: Dolby Vision Gaming auf Xbox Series X|S, September 2021
- Xbox Aktuell: Xbox Series X|S und Fernseher optimal einstellen – Videomodi, variable Aktualisierungsrate, Modus mit geringer Latenz, HDR-Kalibrierung
- HIFI.DE: HGiG erklärt – von Microsoft und Sony gegründete Interessengruppe, Best Practices statt Standard, Abschalten des Tone Mappings am Fernseher
Transparenzhinweis: Grundlage dieses Artikels sind Veröffentlichungen von Sony, Microsoft und etablierter Fachpresse. Wir testen und messen nicht selbst. Menübezeichnungen können sich mit Firmware-Updates ändern und unterscheiden sich je nach Fernsehermodell; maßgeblich ist das Handbuch deines Geräts.
Einstellungen und Kompatibilität: Welche HDMI-Anschlüsse 4K mit 120 Hz, VRR und ALLM unterstützen, hängt vom Fernseher ab. Die Angaben zu PSSR und Game Boost stammen von Sony und beschreiben, was die Konsole kann, nicht wie jedes einzelne Spiel damit aussieht.
Stand und Verbraucherrechte: Stand September 2026. Wenn ein neu gekaufter Fernseher die zugesagten Funktionen an keinem Anschluss liefert, gelten die gesetzlichen Mängelrechte gegenüber dem Händler; bei Onlinekäufen kannst du innerhalb der Widerrufsfrist zurückgeben.
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